Mono Inc.
Am 15. August dieses Jahres kommt endlich das neue Album von Mono Inc. auf den Markt, dazu wird es im Oktober/November eine Deutschland/Schweiz Tour geben. Ich hatte die Möglichkeit ein kleines Interview mit Carl Fornia (Gründungsmitglied und Gitarrist von Mono Inc.) zu führen. Doch lest selbst. Ich hoffe wie immer es gefällt euch!
Dieses Jahr feiert Mono Inc. 25-jähriges Bestehen (Herzlichen Glückwunsch von mir!), es ist also wie eine Silberhochzeit mit der Szene, wie wird gefeiert?
In unserer Zeitrechnung haben wir erst 2028 bis 25-jährige Bestehen. Für uns ist das Gründungsdatum von Mono Inc. verbunden mit dem ersten Album, welches 2003 erschienen ist.
Gut, dass Zeit relativ ist, 22 Jahre sind dann Bronzehochzeit, auch etwas Schönes!
Vor Mono Inc. gab es Wild Thing und Mono 69, aus welchem Grund wurde dann Mono Inc. gegründet?
Die Band Wild Thing hatte eine kurze Lebensdauer, weil der damalige Sänger mangels finanziellen Erfolgs nach kurzer Zeit die Band wieder verlassen hatte. Die 3 verbliebenen Bandmitglieder, Miky Mono, Martin Engler und ich, haben eine gewisse Zeit benötigt, sich neu aufzustellen. Wir wussten, dass wir gemeinsam weiter machen wollten und hatten daher Miky zum Sänger erkoren. Nach dem Wegfall von Wild Thing, welche vertraglich an das Major-Record-Label Virgin (heute Universal) gebunden war, konnten wir frei entscheiden, welchen Sound wir machen wollten. Es dauerte ein paar Monate, wenn nicht Jahre, bis wir die musikalische Ausrichtung ausgependelt hatten. Wir waren seinerzeit auf einmal frei in der Entscheidung, was neu und spannend war. Man kann also im Rückspiegel sagen, dass Mono69 die Ausprobierphase vor Mono Inc. war. Deutsch, englisch, elektronisch, industrial… es wurde experimentiert. Mono Inc. wurde dementsprechend nicht „gegründet“ sondern war quasi eine Umbenennung, mit dem Zusatz, dass seinerzeit Manuel Antoni das Line-up ergänzt hat.
Mono Inc. leitet sich von Monomanie und incorporated ab, wie kam es zu diesem Namen?
Naja…, wir fühlten uns wie die Aktiengesellschaft der Teilwahnsinnigen. Da war der Weg zu dem Bandnamen ein kurzer.
Ist Mono Inc. mit Martin, Carl und Katha Mia eine Familien Band? Wird es in Zukunft eine Art Kelly Family geben? Also die Englers Family?
Sollte eine Band nicht immer funktionieren wie eine Familie? Wir haben nie unterschieden zwischen Blutsverwandtschaft und Seelenverwandtschaft. Miky, Manu, Val… Wie heute mit Ilja… Alles Familie.
Da kann ich dir nur zustimmen!
Eure ersten 6 Alben wurden komplett auf Englisch gehalten, warum? Man denkt ja oft, dass man sich in seiner eigenen Sprache besser ausdrücken kann.
Head under Water war der Extrakt, der sich in der Zeit vor Mono Inc. angesammelt hatte. Deutsch wurde ausprobiert und wieder verworfen. Martin hat relative lange in Los Angeles gelebt und produziert, weshalb er sich in der englischen Sprache genauso treffend auszugrücken vermag wie im Deutschen. Temple of the Torn und Pain, Love and Poetry waren die Wegbereiter für Voices of Doom, Viva Hades und After the War. Es gefiel uns einfach, den Traum zu träumen, ein internationales Publikum anzusprechen. Zugegebenermaßen hatten wir bis zu dem Erscheinen von Children of the Dark kaum internationale Auftritte, jedoch wollten wir uns die Chance nicht verbauen. Dazu hatten wir seinerzeit den Eindruck, dass die Musik mit Songs in deutscher Sprache zu kurz kommt, weil die Menschen so sehr auf den Text achten und nicht auf Sound, Produktion und Musikalität. Das ist allerdings heute auch noch so, weshalb wir nur punktuell deutsche Nummern aufnehmen und einstreuen.
Im August kommt euer Album „Darkness", auf was können wir uns freuen, welche sind eure Erwartungen?
„Darkness“ ist ein sehr persönliches Album – unserer Meinung nach – nicht überraschend - nach aktueller Meinung mit das Beste, was wir je produziert haben. Es ist vielseitig, soundtechnisch wirklich das beste aller Zeiten, was nicht zuletzt an Iljas phänomenalem Bass-Spiel liegt, und einige Songs haben Hit-Charakter. Mal sehen, ob das die Fans auch so sehen (werden). Unsere Erwartungen? Erwartungen hegen wir keine (mehr). Wir legen Wert darauf, dass es uns gefällt, damit wir in den Spiegel gucken können und mit den Songs Spaß auf der Bühne haben. Erfahrungsgemäß ist unser Geschmack aber ganz schön nah dran an dem unserer Fans.
Mono Inc. kommt aus Hamburg bzw. wurde dort gegründet. Hamburg verbindet viele Musiker aus der Szene (Witt, Lord of the Lost ...) was macht diese Stadt so attraktiv?
Die Stadt Hamburg ist neben ihrem schönen Stadtbild seit jeher bekannt für eine lebendige Musik-Szene. Vor der Wiedervereinigung waren hier auch zahlreiche große Labels angesiedelt, was an der vielfältigen Live- und Club-Szene gelegen hat. Nach wie vor ist Hamburg auf der Karte internationaler Künstler (wahrscheinlich, weil die Beatles den Namen in die Welt getragen haben).
Mono Inc. hat schon mit vielen Künstlern zusammengearbeitet (Musik und Konzerte), gibt es einen Favoriten und gibt es jemanden mit dem ihr gerne zusammenarbeiten wollt?
Das ist eine gute Frage! Aktuell ist nichts geplant und auch nichts erhofft. Martin wollte immer mal gern etwas mit Anna R machen, was nun leider nicht mehr passieren wird.
Mit „Children of the Dark“ und der Zusammenarbeit mit Joachim, Chris und Tilo habt ihr eine echte Hymne für die Szene geschaffen. Wie kam es zu diesem Song bzw. zu dieser Zusammenarbeit?
Der Chorus des Songs lautet bekanntlich: „We are the children of the dark.“ Martin stand am Mikro und sagte nach den Aufnahmen der Demos in etwa: „fühlt sich komisch an, von wir zu singen, wenn ich allein in der Gesangskabine stehe“. Da wir mit Joachim zu der Zeit vieles gemeinsam gemacht haben, lag es nahe, den Grand Senieur zu fragen. Tilo war uns wichtig, weil er die schwarze Szene unserer Meinung nach massiv geprägt hat. Und siehe da, er hat ohne zu Zögern zugesagt, was uns sehr positiv überrascht hatte. Und Chris ist dicke mit uns, seit Lord of the Lost bei unserer Viva Hades Tour als Support dabei waren.
Es gibt und gab auch Kritik oder Spott aus der Szene (über dieses Lied) obwohl es wohl euer erfolgreichster Song ist, wie geht ihr damit um?
Derartige Kritik habe ich ehrlicherweise nie wahrgenommen. Wir empfinden große Demut und Glück bei dem Gedanken, dass es unser „einziger“ Welthit ist.
2020 habt ihr mit Shining Light Lacrimosas Lichtgestalt auf Englisch gecovert, warum diesen Song und wie war die Zusammenarbeit mit Tilo im Speziellen?
Ja, „Shining Light“ war ein aus meiner Sicht genialer Moment. Tilo war unkompliziert wie einst bei COTD. Zack, ruck zuck hat er seine Gesangsspuren fertig gehabt. Und wir haben sogar ein Video zu dem Song veröffentlicht.
Habt ihr eine schöne Anekdote aus der Szene?
Hm, das ist nicht so leicht zu beantworten. Es stapeln sich nach über 20 Jahren die Anekdoten. Viele davon sind bereits erzählt, einige gehören nicht in die Öffentlichkeit. Lass es mich mal so sagen: Der Graf ist wieder da und sein damaliger Manager meinte, als wir im Jahr 2010 mit Unheilig auf Tour waren, dass meine Band sicherlich mal ganz groß wird. Er hat zum Teil recht behalten, denn es ist noch Luft nach oben. 😊
Wollt ihr noch etwas loswerden oder beichten?
Also, beichten ganz gewiss nicht. Wir sind offen und transparent. Vielleicht fällt es in eine andere Kategorie, aber als ich damals vor dem Spiegel im Kinderzimmer meinen Badmintonschläger als Gitarre benutzt habe, hatte ich 100%ig ein anderes Bild von einem „Rockstar“, als ich es heutzutage im Alltag (falls man es so nennen darf) erlebe.
Vielen Dank!
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